Täter – Opfer – Ausgleich ( § 10 JGG Abs. 1, Nr. 7 ) 

        

Schadenswiedergutmachung ( § 10 JGG Abs. 1, Nr.1 ) 


 

 

  • In der Fachliteratur werden unter dem Begriff Täter – Opfer – Ausgleich (TOA) und Wiedergutmachungsauflage allgemein Bemühungen subsumiert, die als Folgen einer Straftat entstandenen Konflikte und Problemlagen zwischen zwei Kontrahenten kommunikativ zu bewältigen, um den Rechtsfrieden wiederherzustellen.
  • Während es bei der Wiedergutmachungsauflage vornehmlich darum geht, Schadensersatzleistungen als nächstliegende Konsequenz von Straftaten zu erbringen, steht im Mittelpunkt des TOA’s das Ausgleichsgespräch, in dem sich der Täter und das Opfer persönlich begegnen und mit Unterstützung einer fachlich qualifizierten Vermittlungsperson die Möglichkeit haben, die Tat und ihre Folgen aufzuarbeiten, aber auch Ersatzansprüche zu regeln.
  • Über Konfliktschlichtung  und Schadenswiedergutmachung hinausgehende Ziele sind Opferbelange mehr als bisher im Strafverfahren zu berücksichtigen, auch um eventuelle zivilrechtliche Ansprüche entbehrlich zu machen. Das Opfer findet bei der Verarbeitung einer Straftat Achtung und wird nicht vom vorrangigen staatlichen Strafanspruch in den Hintergrund gedrängt. Darüber hinaus kann es beim TOA Ängste verdeutlichen und evtl. vorhandene Feindbilder abbauen, Gefühle wie Ärger, Wut und Verletzung loswerden und materielle Wiedergutmachung erhalten.
  • Der Täter wird veranlasst, sich unmittelbar mit den Folgen seiner Tat auseinander zu setzen. Er erhält die Gelegenheit zur Nachempfindung des beim Opfer eingetretenen Schadens und kann erfahren, dass Fehlverhalten korrigierbar ist.