Anti – Gewalt – Training (AGT)
In Deutschland hat das Auftreten von Gewalt gegenüber Menschen und Sachen zu einer starken Beunruhigung in der Öffentlichkeit geführt. Täglich berichten Medien über neue Gewaltdelikte, Rufe nach Verschärfung des Strafrechts, insbesondere des Jugendgerichtsgesetzes, werden laut, aber auch an die Pädagogik richten sich Forderungen und Erwartungen, auf dieses Phänomen mit entsprechenden Angeboten zu reagieren.

Auch die BRÜCKE sieht sich in ihrer Betreuungsarbeit in den vergangenen Jahren verstärkt mit dieser Problematik konfrontiert. Auf diesem Hintergrund entwickelte sich die Idee, durch ein deliktspezifisches Angebot auf jugendliche und heranwachsende Gewalttäter eingehen zu können, ohne den ganzheitlichen Aspekt aus den Augen zu verlieren.

Ziel der Anti – Gewalt – Training ist es, Aggressionen und Ohnmachtgefühle aufzudecken, diese rechtzeitig zu spüren und ihnen einen angemesseneren Ausdruck als bisher zu verleihen. Eigene Tatlegenden, Verleugnungen und Verharmlosungen sollen bewusst gemacht, Entstehungsbedingungen und Interaktionsdynamik von gewalttätigen Auseinandersetzungen erkannt werden und Empathie für die Leiden der Opfer entwickelt werden. Die Vermittlung konstruktiver Problemlösungsstrategien sollen Handlungskompetenzen erweitern, damit in Zukunft auf Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten verzichtet werden kann. Wichtiges Element ist dabei für uns, den Focus auch auf die Sensibilisierung für eigene Wünsche, Bedürfnisse und positive Erfahrungen zu richten.